Leitideen

Wage es, Deinen Verstand zu gebrauchen.

SchachIn unserer heutigen Gesellschaft ist Konsumdenken die vorherrschende Ideologie. Der Konsum ist aus dem Gleichgewicht geraten und nicht Hand in Hand gegangen mit einem Verantwortungsbewusstsein für die Konsequenzen. Während alles expandiert, unsere Häuser, unsere Autos, unsere Taillen, läuft uns die Zeit davon. Die meisten Menschen erwachen morgens und sorgen sich um den Pendlerverkehr, den Transport der Kinder zur Schule, die Hypothekenzahlungen, den Urlaub oder ähnliches. Diese Sorgen sind nachvollziehbar – in der Dimension des privaten Denkens. Angesichts unserer globalen Probleme sollten wir jedoch unseren Gedankenspielraum erweitern und persönliche Probleme immer auch eingebunden in einen größeren Zusammenhang sehen und danach handeln.

LEITIDEEN

Identität sollte nicht maßgeblich über Konsum definiert werden. Es gilt, sich von Konsum als zentralem Erfahrungsweg zu lösen und somit eine notwendige kulturelle Umwälzung in Gang zu setzen. Als Bürger, Entscheidungsträger und Konsumenten haben wir letztlich die Wahl, den Umwelt- und Tierschutz (Ökologie) in das alltägliche Leben einzubeziehen.

Hinterfragen Sie Menschen oder Unternehmen, die Sie davon überzeugen wollen, dass alle Probleme mit diesem Mittel oder jenem Produkt auf einen Schlag gelöst seien. Bleiben Sie kritisch wenn Menschen die Ansichten anderer – sei es in Religion, Politik oder Wissenschaft – nur negativ, ihre eigenen Ansichten jedoch nur positiv darstellen.

Leben Sie nicht nur für sich allein. Übernehmen Sie Verantwortung, seien Sie nicht gleichgültig. Schweigen Sie nicht, wo Unrecht geschieht. Denn Grundwerte und Grundrechte “leben” nur in dem Maße, wie sie auch von uns allen eingefordert und realisiert werden.

Persönliches Handeln ist wichtig. Die globalen Probleme sind immens und es mag unbedeutend erscheinen, als Einzelperson zu handeln: „Was bringt es schon, wenn ich etwas verändere und Millionen andere tun es nicht…“ Aber es ist bedeutend! Denn die Veränderungen jedes Einzelnen fügen sich zu einem Größeren zusammen, was dann wiederum machtvoll wirken kann. Wenn wir aktiv werden, zeigen wir auch Firmen und Regierungen, dass es uns ernst ist – und dass es an ihnen ist, darauf zu reagieren.

Wenn wir für ein Produkt zahlen, können wir zum Beispiel hinterfragen, wie und von wem es produziert wurde, woher es stammt, welche Materialien verwendet wurden und was damit geschehen wird, wenn es nicht mehr gebraucht und entsorgt wird. Durch bewusste Kaufentscheidungen im Hinblick auf Ernährung, Tiere und Umwelt können wir wirkungsvoll handeln.

Jeder Mensch gibt sicherlich, seinem Kenntnisstand (Bewusstsein) entsprechend, sein Bestes. Wenn er im Alltag handelt, wenn er Entscheidungen trifft, wenn er konsumiert. Um Veränderungen herbeizuführen bedarf es somit der Sensibilisierung und Steigerung dieses Kenntnisstands. Und für jeden von uns ist eine Steigerung möglich.

Auf diesem Weg gelangt man zu der Erkenntnis, dass mangelhafte Ernährung, Unterdrückung von Tieren und Zerstörung unserer Umwelt nur die Folgen eines zentralen Problems sind. Das Problem liegt in uns selbst. Der Verfall unserer Lebensgrundlagen ist ein Spiegel unseres inneren Zustands, unserer Gesellschaft.
Schärfen Sie Ihr Bewusstsein in Bezug auf Ernährung, Tiere und Umwelt. Üben Sie sich im “bewussten Denken”. Damit ist die Fähigkeit gemeint, Dinge zu hinterfragen, nicht dem Augenschein zu trauen und nicht beim ersten Urteil zu bleiben.

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Globalisierung
“Ursprünglich versteht man unter Globalisierung, dass die Wirtschaft heute weltweit verflochten ist, weltweite Konkurrenz und Arbeitsteilung herrschen und Informationen dank Satellitentechnik, Mobiltelefon und Internet an jedem Punkt der Erde nahezu gleichzeitig zur Verfügung stehen.
Inzwischen wird der Begriff allgemein für die immer stärkere Verflochtenheit von Vorgängen rund um den Globus benutzt. Was heute an irgendeinem Ort geschieht, kann insofern also schnell Bedeutung für die ganze Welt gewinnen.”
Thurich, Eckart (2006)

Siehe auch Peter Kafka: Globale Beschleunigungskrise
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Kafka#Globale_Beschleunigungskrise